Der Schmerz
Rund 8 Millionen Menschen, das entspricht etwa 10% der deutschen Bevölkerung, leiden unter chronischen Schmerzen. Für die Betroffenen ist dies oft eine große seelische Belastung. Fast immer jedoch können die Schmerzen durch eine geeignete Therapie beseitigt oder zumindest erträglich gemacht werden. Mit dem vorliegenden Beitrag wollen wir Ängste abbauen und Vorurteile entkräften, die häufig zu einer unzureichenden Behandlung chronischer Schmerzen führen. Auf Grund von weit verbreiteten Vorurteilen – leider auch immer noch bei zahlreichen ärztlichen Kollegen – werden geeignete Schmerzmittel, wie z.B. Opioide oftmals nicht oder nicht ausreichend verordnet aber auch zuweilen nicht regelmäßig eingenommen. Ein Grund für diese Vorurteile oder Angst ist sicher, dass hierzulande selbst sogenannte retardierte Opioidanalgetika, die das Schmerzmittel nur langsam abgeben und deshalb keinen Rauschzustand verursachen, der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtmVV) unterliegen und so – völlig unberechtigt – mit verbotenen Rauschmitteln und Drogen gleichgesetzt oder mit einer Suchtproblematik in Verbindung gebracht werden. Wir wollen Ihnen erläutern, wie Schmerzen entstehen oder wann diese einen Sinn machen. Außerdem stellen wir Ihnen die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten bei chronischen Schmerzerkrankungen vor.

Waum gibt es den Schmerz?
Schmerzen sind zunächst einmal eine sinnvolle Einrichtung unseres Organismus. Als Symptom haben Schmerzen eine wichtige Warn- und Schutzfunktion, die anzeigt, dass etwas im Organismus nicht in Ordnung ist. Der Körper reagiert darauf und versucht durch Gegenmaßnahmen Schaden abzuwenden. Schmerzauslöser können zum einen äußere Faktoren wie Kälte, Hitze oder Verletzungen, zum anderen aber auch innere Vorgänge wie Reizungen, Entzündungen, etc. sein. Fast überall im Körper befinden sich sogenannte Schmerzrezeptoren. Das sind Nervenendigungen, die Meldungen über Gewebeschäden aufnehmen können. Diese Schmerzsensoren liegen zu etwa 90 Prozent in der Haut, aber auch innere Organe verfügen darüber. Sie sind unterschiedlich empfindlich und reagieren auf verschiedene Reize (z.B. Temperatur, Dehnung, Druck).

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