Ambulantes Operieren – Allgemeines

Ambulante Operationen finden schon seit vielen Jahren weltweit zunehmendes Interesse bei Patienten, Ärzten und nicht zuletzt den Kostenträgern. Sind es u. a. in den Vereinigten Staaten von Amerika bereits über 80 % aller Operationen die ambulant durchgeführt werden, so sind es in der Bundesrepublik Deutschland erst 37 % ( Zahlen von 2003 aus einer Studie von Brökelmann und Reydelet 2005). Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich an 12. Stelle.

Gut 80 % aller Eingriffe können heute durch die modernen Operationsverfahren, Instrumente und Narkosetechniken ambulant erbracht werden. Bezieht man diese Zahl auf die 12.669.590 in Deutschland 2003 durchgeführten Operationen, so hätten 10,1 Millionen Operationen ambulant erbracht werden können. Tatsächlich waren es aber nur 4,7 Millionen. Das Einsparpotential das sich aus der Reduktion von 5,4 Millionen stationären Operationen ergeben würde betrüge rund 1,8 Milliarden Euro.

Die Ersparnis liegt in der Möglichkeit ambulant wesentlich günstiger die Leistungen bei mindestens gleicher Qualität zu erbringen. Diese Kostenersparnis war auch einer der Gründe, warum es in Ländern mit hohem Selbstbehalt (z.B. Amerika), zum explosivem Wachstum der ambulanten Operationen kam.

Die Erfahrungen u. a. aus den USA belegen, dass lange Aufenthalte im Krankenhaus aus medizinischer Sicht für die meisten Operationen nicht mehr gerechtfertigt sind. In Deutschland werden stationäre Aufenthalte u. a. durch existente Abrechnungsmodi, die eine bessere Vergütung der Leistung durch eine stationäre Erbringung ermöglichen sowie Individualinteressen von Liquidationsberechtigten, leider immer noch gefördert.

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